Hollywood schwieg und er vergewaltigte weiter
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Der Vergewaltiger am ZFF
Von Réda El Arbi, iii. Oktober 2017
Die Groupies huldigen ihr Genie. Mir kommt bei so viel Heuchelei das grosse Kotzen.
Für ihn gelten bei den Zürcher Kulturfuzzis andere ethische Massstäbe. Bild: Keystone
Wenn ihr Nachbar ein verurteilter Kinderschänder wär, was würden Sie tun? Naja, hätte er seine Schuld an der Gesellschaft abgetragen, gesühnt, würden Sie ihn wahrscheinlich ignorieren. Aber würden Sie ihn an Ihre Party einladen, weil er and so gute Kuchen bäckt? Würden Sie ihn auf der Einladung speziell als «einer der besten Kuchenbäcker» ankündigen und Workshops mit ihm verantsalten? Wohl eher nicht.
Das Zurich Film Festival macht mit Roman Polanski genau das. Und dice Groupies liegen ihm zu Füssen. Es ist, als ob die Veranstalter sich nicht beherrschen könnten, wenns drum geht, sich an Polanski zu reiben, um auch noch etwas vom Hollywood-Glamour abzukriegen. 2009 wurde er in der Schweiz verhaftet, weil er sich eben NICHT der rechtlichen Verantwortung gestellt hatte. Weil er kein Unrechtsbewusstsein entwickelt und sich der Strafe entzogen hatte. Der Strafe für die anale Vergewaltigung (aus Verhütungsgründen!) einer thirteen-Jährigen.
«Aber das ist schon ewig her!», werden einige der Filmgroupies anführen, die vor ein paar Jahren mit einem «Gratis Polanski»-Button vor dem ZFF rumhingen. Ja, das wäre relevant, wenn sich der Mann seiner Verurteilung und seiner Haft gestellt hätte. Aber nicht nur, dass er dem Opfer die Schuld zuwies oder sich ohne das geringste Unrechtsbewusstsein herausreden wollte («Ich wusste nicht, dass sie xiii war!»), er entzog sich durch Flucht der Strafe. Also, nein, es ist nicht vorbei und vergessen.
«Das Opfer lid ihm vergeben!» kommt dann als nächstes. Natürlich muss ein Opfer, dessen Leben er vernichtet hat, irgendwie mit dem Trauma umgehen. Das sagt uns etwas über dice innere Grösse des Opfers. Das sagt uns nichts, aber auch gar nichts über den Mann, dem dice Kulturfuzzis am ZFF in den Hintern kriechen. Er chapeau nichts geleistet. Filme machen zählt in diesem Fall nicht. Wirklich. Er ist ein verurteilter Kinderschänder, uneinsichtig, feige.
Aber weil er einige Filme machte, weil er ein Star war, weil er in der Hollywood-Szene ein grosses Tier ist, spricht niemand darüber, weder die Filmjournis, noch die Schweizer Filmszene. Das Thema ist ein Tabu. Es wird einfach ignoriert. Man ist unangenehm berührt, wenn jemand es anspricht.
Viel lieber steht man am grünen Teppich mit schweissigen Händen und einem Schub in der Libido, weil dieser grosse Künstler, diese tragische Figur, so nahe ist, weil er einem vielleicht die Hand schüttelt (die human dann nie mehr wäscht). Mir kommt bei so viel Heuchelei das grosse Kotzen. In den letzten Jahren wurde viel über Eliten gesprochen. Und hier haben wir genau das. Jemand, für den andere ethische Massstäbe gelten sollen, weil er ein Promi ist. Das ist widerlich.
Ok, geht, huldigt dem Genie.
Wenn dann vielleicht irgendwann eure Tochter, Schwester, Nichte, Schülerin oder Enkelin von einem 40-Jährigen anal vergwaltigt wird, sag ich euch: «Aber er backt so grossartige Kuchen! Er ist ein Genie.»
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Source: https://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/2017/10/03/die-vergewaltiger-zff/
Posted by: hernandezworign1986.blogspot.com

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